Menschen vertrauen einer eindrücklichen Geschichte häufig stärker als nüchternen Daten aus vielen Fällen. Das ist verständlich, kann aber zu falschen Schlussfolgerungen führen. Wie kann man persönliche Erfahrung ernst nehmen, ohne sie mit einem allgemeinen Beweis zu verwechseln?
Eine persönliche Erfahrung ist konkret, emotional und leicht vorstellbar. Eine Statistik ist dagegen abstrakt. Das macht die Erfahrung psychologisch stärker, sagt aber nichts darüber aus, wie häufig derselbe Verlauf in einer grösseren Gruppe vorkommt. Ich würde deshalb fragen: Was zeigt dieser Einzelfall – und welche Aussage lässt sich daraus gerade nicht ableiten?
Statistiken haben umgekehrt ebenfalls Grenzen. Entscheidend sind Stichprobe, Messmethode und die Frage, ob die untersuchte Gruppe zur eigenen Situation passt. Gute Entscheidungen verbinden beides: Daten geben die Grundwahrscheinlichkeit, individuelle Umstände helfen einzuschätzen, wie gut diese Grundwahrscheinlichkeit auf den konkreten Fall passt.
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